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Frankfurter Skyline im November - mit Sonnenuntergang

Lizenzfrei
Blick auf Frankfurter Skyline mit Sonnenuntergang

Höre

Kann man Licht hören? Welche Töne begleiten den Weg der Sterne? Wie klingt Gottes Stimme? Würde ich sie wahrnehmen? Was ich höre, muss ich nicht vor Augen haben. Horen ist der Glaubenssinn. Die Ohren lassen sich nicht verschließen. Alles geht durch sie hinein, der Schrei, der mich verletzt, und das Wort, das mich heilt. Die Verheißung des Engels und die Weissagung des Propheten. Bevor der Glaube sprechen kann, hat er etwas von Gott gehört. Wie kommt, was ich höre, bis zum Herzen?

Manchmal muss es laut sein, um den Kleinmut zu übertönen. Paukenschläge fegen zu Beginn von Bachs Weihnachtsoratorium den Geräuschteppich des Alltags beiseite. Dann hört der ganze Körper zu und richtet sich auf Größeres aus. Zarte Zwischentöne lassen aufhorchen: der ungewohnt warme Klang einer Stimme. Vertraute Liedverse, mitgesummt, bis der Mund unwillkürlich lächelt. Verschließen lassen sich die Ohren nicht. Aber sie lassen sich offenhalten, um das zu hören, woran das Herz glaubt.

Inken Christiansen

 

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen

(Lukas 2,19)

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